Liebe Frau Dr. Hadshiew,

ich finde es wirklich super, was Sie hier machen und dass Sie sich so viel Zeit nehmen.
Gerne würde ich Ihre Meinung zu meinem Problem hören, da ich momentan sehr verunsichert über die Diagnose Rosacea bin, die ich vor ca. 1 Jahr bekam. Daher habe ich im Folgenden versucht meine „Geschichte“ und alle mir bewussten Zusammenhänge zu schildern.
Ich bin weiblich, 29 Jahre alt. Alles begann damit, dass ich ab und zu ein paar „Pickelchen“ hatte. Da meine Kosmetikerin mir sagte, dass ich eine Mischhaut habe und die Haut an den fettigeren Bereichen zu Akne neigt, habe ich mir den Rat zu Herzen genommen, morgens und abends die Haut mit einem Reinigungsgel zu reinigen und entsprechende Pflegeprodukte zu verwenden (vorher hab ich nicht viel verwendet: Abschminktücher, falls ich geschminkt war und sonst nur Wasser). In der Pubertät hatte ich allerdings keine Probleme mit Akne und meine Haut ist durch diese intensive Reinigung/Pflege eher schlechter geworden. Irgendwann meinte meine Kosmetikerin, dass es evtl. auch Rosacea sein könnte. Also bin ich im zum Hautarzt gegangen (das war im Sommer 2014). Da mein Hautbild ausgerechnet zum Zeitpunkt des Arzttermins gut war, konnte er zunächst nichts feststellen. Er hat mir aber Skinoren Gel verschrieben. Das war das schlimmste, was ich meiner Haut bisher angetan hab: es hat höllisch gebrannt, meine Wangen wurden richtig rot und ich habe vermehrt Pusteln bekommen. Daraufhin hab ich dann erst mal nichts gemacht. Es wurde phasenweise wieder besser. Ich hatte häufig das Gefühl, dass es auf bestimmte Pflegeprodukte und Make-Up schlimmer geworden ist. Im Frühjahr 2015 war es dann wieder besonders schlimm. Ich hatte zu dieser Zeit viel Stress und gefühlt war die kalte Jahreszeit nicht gut für meine Haut (Wechsel kalt/warm hat oft zu Rötung geführt und es sind vermehrt Pusteln im Wangenbereich aufgetreten). Daraufhin bin ich dann wieder zum Hautarzt gegangen und er hat die Diagnose Rosacea papulopustulosa gestellt (keine Mitesser, daher keine Akne und die Wangen sind vorwiegend betroffen) und mir eine Creme mit Metronidazol/Erythromycin verschrieben (Rezeptur). Da es zunächst immer noch nicht besser wurde habe ich zusätzlich Doxyderma 50 mg bekommen. Nach ein paar Wochen trat dann eine Besserung ein. In der Folgezeit habe ich konsequent keine Reinigung/Pflege angewendet und die Metronidazol/Erythromycin-Creme zunächst kontinuierlich, dann nur noch gelegentlich bei Pusteln auf den Wangen angewendet. Ich hatte den kompletten Sommer und Herbst keine/kaum Probleme. Ich habe in dieser Zeit weder die Metronidazol/Erythromycin-Creme, noch (oder nur sehr selten) Kosmetik angewandt. Und jetzt im Winter/Frühjahr 2016 ist es wieder schlimmer geworden. Im Moment warte ich auf einen Arzttermin….
Was mich etwas stutzig macht ist, dass meine Hautbild nach dem Sport super ist und auch wenn ich in der Sonne war, wird es zunächst zwar manchmal schlimmer, aber über längere Zeit eher besser. Kalt/Heiß-Wechsel und Alkohol sind aber manchmal schon Triggerfaktoren.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass meine Haut einfach super empfindlich ist. Schon allein nach dem Duschen erröten meine Wangen und ich bekomme Pusteln, weil sie dann so trocken und gespannt ist. Das geht in der Regel aber schnell wieder weg. Und bestimmte Kosmetik ist schlecht: da meine Haut nach dem Winter so trocken war, habe ich eine etwas reichhaltigere Creme ausprobiert, daraufhin ist es auch schlimmer geworden. Gele sind in der Regel besser.
Juckreiz habe ich eher weniger. Leichter Juckreiz ist mir aber nun aufgefallen, da ich darauf geachtet habe. Schuppung nur minimal; das habe ich bisher eher mit der trockenen Haut in Verbindung gebracht.
Allergien bzw. Unverträglichkeiten habe ich keine und mein Hauttyp ist eher dunkel.
In den letzten beiden Jahren habe ich aufgrund rezidivierender Blasenentzündungen relativ häufig Antibiotika genommen. Mit ist allerdings nicht bewusst aufgefallen, dass sich die Haut daraufhin verbessert hätte.

Jetzt frage ich mich, ob es evtl. keine Rosacea, sondern ein Pilz (seborrhoische Dermatitis?) oder eine periorale Dermatitis sein kann? Irgendwie finde ich mich bei allen Symptom ein bisschen wieder…
Anbei auch ein paar Bilder.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir irgendwie weiterhelfen könnten. Vielleicht gibt es ja Dinge, die ich unbedingt bei meinem anstehenden Arzttermin ansprechen sollte. Bei den letzten Terminen wurde ich recht schnell „abserviert“ und konnte gar nicht alles erläutern.
Vielen Dank schon einmal im Voraus!

Julie