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Thema: Vitiligo - Lichttherapie - natürliche und künstliche Sonneneinstrahlung

  1. #1
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    Standard Vitiligo - Lichttherapie - natürliche und künstliche Sonneneinstrahlung

    Sehr geehrte Frau Dr. Hadshiew,

    ich habe seit ich mich erinnern kann zwei weiße, größere Flecken auf meinen Oberschenkelaußenseiten. Mit ca. 13 Jahren vielen mir leichte kleinere weiße Flecken auf Beinen und Armen auf, die aber nur bei gebräunter Haut und genauem Hinsehen auffielen. Diese wurden mit den Jahren etwas stärker. Mit ungefähr 20 habe ich eine Lichttherapie bei UVB 311-313nm gegen Akne durchführen lassen. Währenddessen war meine gesamte Haut pigmentiert. Auch die großen weißen Flecken auf den Oberschenkeln! Ich war sehr überrascht. Leider kehrten die weißen Flecken nach ein paar Monaten(?) wieder zurück. Vor zwei Jahren hatte ich wohl einen Schub. Es kamen weitere kleine Flecken (dieses Mal grenzten sie sich direkt stark von der umgebenden Haut ab) sowie auch größere Flecken hinzu. Ich habe nochmal eine Lichttherapie bei UVB 311-313nm durchgeführt, die dieses Mal aber erfolglos blieb. Hier frage ich mich, ob zwei Bestrahlungen pro Woche zu wenig Sitzungen waren (beim ersten Mal war ich, wenn ich mich richtig erinnere, drei Mal pro Woche in der Kabine). Letztes Jahr habe ich die Bestätigung erhalten, dass es sich um Vitiligo handelt. Meine Hautärztin meinte, dass wir eine Lichttherapie durchführen können. Aufgrund des vorherigen Misserfolgs bin ich aber skeptisch, ob es funktioniert und habe allgemein ein paar Fragen. Ist es möglich, dass die Repigmentierung nach einer UVB 311-313nm oder Excimer-Laser-Therapie erhalten bleibt? Oder kommen die Flecken früher oder später zurück? In welchem Zusammenhang steht dabei natürliche (Sonnenbad im Urlaub) oder künstliche Sonneneinstrahlung (Solarium)? Begünstigt der Besuch des Solariums eine Fleckenbildung bzw. kann die gewonnene Repigmentierung durch Sonneneinstrahlung zerstört werden? Kann ich auf während einer Lichttherapie das Solarium aufsuchen bzw. mich so der Sonnenstrahlung aussetzen oder stört dies die Behandlung?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  2. #2
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    Standard

    Guten Tag!

    In der Tat hört sich Ihre Befundbeschreibung und auch der Verlauf nach einer Vitiligo an.

    UVB 311nm Lichttherapie gilt immernoch als beste Therapieoption bei einer generalissierten bzw disseminierten (also auf viele Stellen verteilten) Vitiligo.
    Ich stimme Ihrer Vermutung zu, dass 2x/ Wo wahrscheinlich zu wenig war; denn man muß auch die Dosis zunehmend steigern, bis eine gerade wahrnehmbare Rötung in den Vitiligo-Arealen entsteht (Erythemschwelle). Typischerweise behandelt man 3 Monate, bei Ansprechen auch länger. Ob die erzielte Repigmentierung erhalten bleibt, kann man leider nicht vorhersagen.... das hängt u.a. von der Krankheitsaktivität ab.

    Auch das natürliche Sonnenlicht enthält UVB Strahlung, die bei Vitiligo wirksam ist. Meisten behandeln wir die Patienten in der sonnenarmen Zeit mit UVB 31nm Geräten und im Sommer empfehlen wir eine gemäßigte natürliche Sonnenexposition.
    Solarium empfehle ich nur dann, wenn auch dort eine UVB 31nm Bestrahlung (oder Sonnen-ähnliche UV Therapie) möglich ist. UVA Strahlung hat fast keinen Effekt auf die Repigmentierung. Das Solarium zerstört allerdings NICHT die vorhandene Bräune, bzw Repigmentierung. Man darf während der Lichttherapie auch im Pronzip in die Sonne, bei zu hoher Dosis (UV Therpaie + Sonne) droht allerdings ein Sonnenbrand, den man auf jeden Fall vermeiden sollte.

    Herzliche Grüße,
    Ihre Dr. Hadshiew

  3. #3
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    Hallo!
    Wir standen vor ähnlichen Fragestellungen. Mein Sohn und ich sind beide von Vitiligo betroffen. Wir haben uns daher zusätzlich zur Vitamin- und Spurenelementgabe zur Mietung von Bestrahlungsgeräten entschieden. Für unseren Urlaub hat Dr. Matschurat uns die HelioVital Filterfolie empfohlen. Diese filtert alle schädlichen/gefährlichen Bestandteile der UV-Strahlung und lässt nur die gesundheitsfördernden Bestandteile hindurch. Folglich kann man sich unter der Folie (gibt es inzwischen auch als praktisches HelioTent - eine Art Strandmuschel) ziemlich entspannt und sorgenfrei ausgedehnt sonnen und zwar ohne zusätzlichen Sonnenschutz! Man schlägt also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum Einen kann man durch das längere Sonnenbaden den Urlaub im Hinblick auf die Sonne wirklich effizient nutzen und das Bestmögliche herausholen. Und zum Anderen braucht man sich um allergische Reaktionen und sonstige unerwünschte Nebenwirkungen der Sonnencreme keine Gedanken zu machen. Das hat sogar meinen nicht betroffenen Mann überzeugt, denn der hasst eincremen :-)

    Am Besten allerdings, fand ich das Resultat dieses intensiveren Sonnenbadens: Im Gesicht meines Sohnes hat eine fast vollständige Repigmentierung stattgefunden, an anderen Stellen leider nur teilweise. Aber wir hoffen auf den nächsten Urlaub im Sommer :-) Außerdem bin ich mal wieder richtig braun geworden, was seit Jahren kaum noch der Fall war. Und bei uns allen hat die Bräune länger angehalten, keine Ahnung warum. Jedenfalls habe ich jetzt beim Sonnen jetzt ein gutes Gefühl. Natürlich wusste ich auch vorher schon, dass UV-Bestrahlung für die Repigmentierung notwendig ist. Deshalb haben wir ja auch die Bestrahlungsgeräte gemietet. Aber irgendwie ist dann immer auch die Angst vor erhöhtem Hautkrebsrisiko und vorzeitiger Hautalterung mitgeschwungen, die die häufige Bestrahlung mit sich bringt. Und gerade wenn man das eigene Kind behandelt, macht man sich natürlich Gedanken...

  4. #4
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    Guten Tag!

    Ich habe gerade die angegebenen Daten zum HelioTent geprüft.... Sie sollten sicher weiterhin vorsichtig mit der Sonne umgehen! Eine gesunde Bräune gibt es nicht!
    Das Heliotent hat übrigens einen angegebenen LSF von 10!! und schützt zudem ein wenig vor IR Strahlung (also Wärme).
    Aus dermatologischer Sicht NICHT empfehlenswert! Auch nicht bei Vitiligo! Die Risiken von Hautkrebsentstehung und auch Hautalterung sind auch mit diesem Zelt, bzw dieser Folie weiter vorhanden!!!
    Also, seien Sie vorsichtig!

    Herzlichen Gruß,

    Dr. Hadshiew

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