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Thema: 2 Fragen zu meiner "Rosacea"

  1. #1
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    Standard 2 Fragen zu meiner "Rosacea"

    Sehr geehrte Frau Dr. Hadshiew,


    ich bin gerade ein wenig "durch den Wind" und benötige mal Ihren Rat.


    Ende Mai 2015 bekam ich bei einem Muttermalcheck von meinem Dermatologen (ich lebe auf dem Dorf, hier gibt es nur eine Hautarztpraxis) quasi nebenbei im Hinausgehen die Diagnose Rosacea und mir wurde Metronidazol verschrieben. Ich hatte bis dahin nie von dieser Krankheit gehört und mir war ehrlich gesagt vorher auch gar nichts an mir aufgefallen. Mit der Diagnose wurde ich ziemlich allein gelassen, ich bekam keine Erklärung was das ist, woher sie kommt, wie sich diese Krankheit äußert, ob und wie sie fortschreitet etc. Ich war schon froh, dass ich mir den Namen Rosacea überhaupt merken konnte.


    Was macht man, wenn der Hautarzt einem keine Informationen gibt? Man fragt die Dres. Wikipedia und Google. Prima, danach konnte ich angesichts der dort gefundenen Bilder erstmal 2 Nächte kaum schlafen. Inzwischen weiß ich, dass sich dort die eher schweren Fälle wiederfinden und wie bei nahezu allen Krankheiten das Internet eher eine Negativselektion ausgibt. Ich habe mir seit Ende Mai auch die grundlegenden Dinge zu Rosacea angelesen und weiß inzwischen das, was mir mein Hautarzt eigentlich von Beginn an hätte erklären sollen.


    Ich war dann im letzten Monat wegen einer anderen Geschichte bei meinem Hausarzt, ein Allgemeinmediziner. Dieser sagte, ich solle mir bitte mal die Meinung eines Experten einholen, denn er sieht bei mir keinerlei Anzeichen für eine Rosacea. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass bei mir lediglich die Nase etwas betroffen ist und diese auch nur ein wenig... sagen wir farblich leicht unregelmäßig aussieht. Ich habe keine Papeln, keine Pusteln, kein Brennen, keine Flushs, keine flüchtigen Rötungen. Die Nase an sich sieht in den beiden Furchen zwischen den Flügeln und Wangen ein wenig dunkler aus, und auf der Nasenspitze habe ich (mal heller, mal weniger hell, mal quasi nicht zu sehen) zwei Dauerminipickelchen von weniger als 1 mm Durchmesser. Dass Trigger wie Kaffee, Sonne, Alkohol oder Stress Auswirkungen auf meine Gesichtshaut haben, konnte ich bislang ebenfalls nicht feststellen.


    So war ich gestern bei Dr. Gernot Herrmann in Düsseldorf, der mich aus allen Wolken fallen ließ. Er würde bei mir keine Rosacea diagnostizieren, sagte er. Ja, die Nase an sich ist vielleicht farblich minimal anders als der Rest des Gesichtes, aber das wäre zum einen altersbedingt (ich bin 50, in dem Alter sehen Männernasen vielleicht per se nicht mehr aus wie ein Babypopo) und zum anderen eher einem seborrhoischen Ekzem geschuldet und nicht einer Rosacea. Ich weiß, ich weiß, Ihr Beispiel "Flöhe UND Läuse"... ;-) Wörtlich sagte Dr. Herrmann jedenfalls: Er würde mich hinsichtlich einer Rosacea nicht therapieren, ich könne mein Metronidazol absetzen (das fällt mir jetzt nicht so leicht, denn das war mein Anker, etwas zum Festhalten dass es nicht schlimmer wird) und ich soll mich nicht kirre machen lassen. Sie können sich vorstellen, wie geplättet ich nach über 3 Monaten Leidensdruck war.


    Nun bin ich natürlich auf der einen Seite sehr erleichtert, habe aber zwei Fragen:


    1. Rosacea ist, wie man liest, für erfahrene Dermatologen eine leicht zu stellende Blickdiagnose. Wenn Dr. Herrmann mit aufgesetzter Lesebrille in 10 cm Abstand vor meiner Nase keine Rosacea diagnostiziert, dann kann der Fall ja so eindeutig nicht sein wie mein Hautarzt hier vor Ort meint. Oder was meinen Sie?


    2. Würden Sie mich ermutigen, es dabei jetzt bewenden zu lassen? Ich hadere ein wenig mit diesen zwei entgegenstehenden Diagnosen, will aber eigentlich jetzt keine Dermatologen-Tournee veranstalten und dabei die Ja/Nein-Stimmen gegeneinander abwägen. Sowas verunsichert und beunruhigt erfahrungsgemäß nur. Dr. Herrmann machte auf mich einen äußerst versierten und vertrauenswürdigen Eindruck. Und ja, natürlich habe ich seine Diagnose gern gehört.


    Beste Grüße,
    Mikael
    Geändert von Mikael (11.09.2015 um 16:27 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Guten Tag,

    oh jeh, da haben Sie ja einiges mitgemacht...

    Zu Ihren Fragen:
    Rosacea ist, wie man liest, für erfahrene Dermatologen eine leicht zu stellende Blickdiagnose. Wenn Dr. Herrmann mit aufgesetzter Lesebrille in 10 cm Abstand vor meiner Nase keine Rosacea diagnostiziert, dann kann der Fall ja so eindeutig nicht sein wie mein Hautarzt hier vor Ort meint. Oder was meinen Sie?
    Eigentlich ist dies in der Tat eine Blickdiagnose, aber auch ein Seborrhoisches Ekzem ist zentrofacial lokalisiert, hat Rötungen udn auch manchmal Pusteln (aber auch Schuppung und das gibt es bei Rosazea nie).

    2. Würden Sie mich ermutigen, es dabei jetzt bewenden zu lassen? Ich hadere ein wenig mit diesen zwei entgegenstehenden Diagnosen, will aber eigentlich jetzt keine Dermatologen-Tournee veranstalten und dabei die Ja/Nein-Stimmen gegeneinander abwägen. Sowas verunsichert und beunruhigt erfahrungsgemäß nur. Dr. Herrmann machte auf mich einen äußerst versierten und vertrauenswürdigen Eindruck. Und ja, natürlich habe ich seine Diagnose gern gehört.
    Ich würde in der Tat erst mal Ruhe bewahren und abwarten! Hört sich so an, als habe der Kollege einen guten und vertrauenswürdigen Eindruck auf Sie gemacht (und das zählt m.E. nach eine Menge!). Falls es dennoch eine Rosazea sein sollte, werden Sie das merken, denn die verläuft typischerweise in Schüben. Also, falls es einen Schub gibt, gehen Sie nochmal zu dem netten Kollegen undstellen sich dort vor. Oder schicken Sie mir mal ein Foto...

    Herzliche Grüße,

    Ihre Dr. Hadshiew

  3. #3
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    Standard

    Guten Abend,

    zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, Dr. Herrmann machte auf mich in der Tat einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Aber in erster Linie nicht weil mir seine Diagnose gefiel, sondern weil er sie mir inhaltlich wie zeitlich ausführlich erläuterte und mir mit Nachdruck glaubhaft versicherte, dass sein Kollege bei dem ich im Mai war, mich seiner Meinung nach fehldiagnostiziert hat. Das ist ja auch jetzt kein Beinbruch und kommt halt vor, hat aber bei mir im Kopf Spuren dergestalt hinterlassen, dass ich komplett nasenfixiert bin, sowohl was mich als auch meine Mitmenschen angeht.

    Ich wollte Ihnen gerade ein aktuelles Foto zumailen, verbunden mit der Bitte um Ihre Gedanken dazu. Aber das habe ich nicht hinbekommen, denn in einer privaten Nachricht kann ich nur ein bereits im Netz vorhandenes Foto verlinken, aber kein Foto hochladen. Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite genieße ich auch nach Tagen noch die Diagnose Ihres Düsseldorfer Kollegen. Das möchte ich mir ehrlich gesagt bewahren. Dr. Herrmann sprach davon, dass ich ruhig einmal am Tag weiterhin die Metro-Creme nehmen kann, auch wenn es eigentlich nicht angezeigt ist. Es würde nicht schaden und ist nebenbei ein prima Anti-Aging-Mittel. Letzteres wäre mir egal, aber mein Kopf erholt sich gerade nur langsam von den letzten Monaten. Da ist es mir ganz lieb, dass ich abends noch weiter cremen darf.

    Beste Grüße,
    Mikael
    Geändert von Mikael (15.09.2015 um 19:47 Uhr)

  4. #4
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    Guten Abend! Das sehe ich genauso! Herzliche Grüße, Dr Hadshiew

  5. #5
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    Ein kleines, nicht unwitziges Update zu meiner Geschichte: Ich war gestern wegen eines weiteren Metro-Rezeptes beim ursprünglichen Diagnosesteller (siehe oben). Er sah sich mein Gesicht an und kommentierte es mit den Worten "Das sieht inzwischen aber SEHR gut aus! Nehmen Sie die Creme nur noch 1 mal pro Tag." Auf Ehre und Gewissen: Meine Gesichtshaut hat sich innerhalb der letzten 12 Monate nicht die Bohne geändert.

    Ich habe ihm nicht von dem Besuch bei Dr. Herrmann erzählt, welcher seine Diagnose kürzlich in Frage gestellt hat. Erstens hört niemand gern, dass seine Arbeit in Frage gestellt wird und zweitens hätte er sich sicher nicht korrigiert. Insofern habe ich es bei einem Lächeln belassen.

    Nur mal so zur Info.

    Beste Grüße,
    Mikael

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